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Gedanken zu den Volksvertretern

Die Volksvertreter sind vom Volk gewählt, damit sie die Interessen des Volkes vertreten.

D.h., sie sind beauftragt, den Willen von anderen zu erfüllen.

D.h., es gibt einen Auftraggeber, es gibt einen Auftrag.

Und es gibt daraus folgernd die Verantwortung, den Auftrag zu erfüllen und von der Erfüllung zu berichten.

Wer einen Auftrag zu erfüllen hat, ist nicht der Herr des Auftrags, sondern der Diener. Er ist der Diener derer, die ihm den Auftrag gegeben haben.

Das Dienersein kommt - normalerweise - dadurch zum Ausdruck, daß der Diener dem Auftraggeber immer zur Verfügung steht; daß der Diener den Auftrag nicht kritisiert, nicht verbessert oder zerredet, sondern daß er ihn ohne Wenn und Aber ausführt; daß der Diener eine geringere Entlohnung für seine Dienste erhält als der, der den Auftrag gibt; daß der Diener eigentlich um der Ehre willen handelt.

Wir erleben eine Umkehrung dieser Tatsachen:

Der Diener, der Gewählte spielt sich zum Herrn über die Auftraggeber, über das Volk,  aus; er bestimmt seine Entlohnung selbst; er macht  - wie es scheint - alles nur um des Geldes willen; und er täuscht seine wirklichen Auftraggeber, indem er noch andere Auftraggeber zuläßt und ihnen willig ist - meist im Verborgenen, und ohne dies offenzulegen.

Es ist ähnlich wie mit der Bürokratie an sich:
Auch die Bürokratie soll dienen und nicht herrschen; auch sie soll erfüllen und nicht bestimmen.

Ein Zurechtrücken dieser Tatsachen ist nötig; das Stellen  des Staates vom Kopf auf die Füße.

Der Auftraggeber muß an einen Maßstab halten; da das Volk aus vielen Auftraggebern besteht, die alle eine verschiedene Meinung haben und demnach auch alle verschiedene Aufträge erteilen, muß es eine gemeinsame Grundlage für alle Auftraggeber geben.

Und  ebenso muß es für alle Ausführenden, für alle dem Staate Dienenden eine gemeinsame Grundlage geben.

Für die Bundesrepublik Deutschland ist dies das Grundgesetz. Eine andere, eine weitere, eine höhere verbindliche Norm gibt es in Deutschland nicht.

Es fehlt deshalb ein geistiger, ein religiöser, ein ethischer Überbau. Dies ist vielleicht besser als ein bewußt falscher oder ein bewußt  fanatischer oder ein bewußt lügnerischer geistiger Überbau.

 

Der Staat ist ein Gemeinwohl.

Wie kann es in einem Gemeinwohl einen Wahlkampf geben? Wenn überhaupt, dann kann es doch nur zu einem ehrlichen Offenlegen der Absichten des Dieners kommen; der Absichten des Dieners, die sich am Willen des Auftraggebers, also des Volkes, ausrichten müssen - und dann späterhin zu einer Überprüfung und des Zur-Verantwortung-Stellens seines Tuns.